Politische driving forces der Urbanisierung in der Region Agglo Obersee

Provenance: 
Eidg. Forschungsanstalt WSL
Prénom de l'auteur: 
Maria-Pia
Nom de l'auteur: 
Gennaio
Année: 
2009

In der Schweiz beobachtet man in den letzten Jahrzehnten eine fortschreitende Ausdehnung der Siedlungsfläche vor allem auf Kosten der Landwirtschaftsfläche. Dieser Prozess findet trotz der Umsetzung von politischen Massnahmen wie der kommunalen Nutzungsplanung statt. In diesem Projekt wurden die politischen Ursachen der Siedlungsentwicklung in vier Schweizer Gemeinden zwischen 1970 und 2008 untersucht: Rapperswil SG, Jona SG, Freienbach SZ und Rüti ZH. Es wurden (1) die Wirkung der Zonenpläne auf die Siedlungsentwicklung untersucht und (2) die politische Prozesse analysiert, die zur Entwicklung und Umsetzung von politischen Massnahmen zur Steuerung der Siedlungsentwicklung geführt haben. Die Zonenpläne waren fähig, die Siedlungsausdehnung auf die Bauzonen zu fokussieren und das kompakte Siedlungswachstum innerhalb der Bauzone zu fördern. Ausserhalb der Bauzonen aber vermochten die Zonenpläne die Siedlungsflächenausdehnung nicht aufzuhalten resp. ein kompaktes Siedlungswachstum zu fördern. Entscheidend für die politischen Entscheidungsprozesse waren lokal-kommunale Akteure wie politische Parteien oder Grossgrundbesitzer. Die unterschiedliche Umsetzung der politischen Massnahmen zur Steuerung der Siedlungsentwicklung in den Gemeinden lassen sich durch lokale Faktoren erklären wie die Grösse der Bauzonen, den dominierenden Akteur oder die dominierende Koalition im Entscheidungsprozess und die Verteilung der Landressourcen. Die Studie zeigt, dass neue Instrumente für die Steuerung der Siedlungsentwicklung ausserhalb der Bauzonen nötig sind und dass Forschung und Praxis die wesentliche Rolle der lokalen Akteure und Faktoren für die Siedlungsentwicklung stärker berücksichtigen sollten.

Catégorie: 
Milieu bâti