Walliser Gemeinde macht Ernst mit der Rückzonung

Donnerstag, 2. April 2015

Der Kanton Wallis ist dabei, seinen Richtplan an die Erfordernisse des neuen RPG anzupassen. Die Walliser Gemeinde Nendaz geht ihm voraus und zont ein grosses Stück Bauland zurück in die Landwirtschaftszone. Die Stimmbürger von Nendaz hiessen diese Rückzonung mit hohen 80 Prozent Ja-Stimmen gut. Gegen die Nutzungsplanänderung gab es aber auch 200 Beschwerden, viele davon von auswärtigen Grundbesitzern.

Die Gemeinde Nendaz reduziert ihre Bauzone von 640 auf 500 Hektaren. Die ausserordentliche Gemeindeversammlung vom 26. März hat die Rückzonung von 140 Hektaren mit einem deutlichen Mehr von 80 % der Stimmen befürwortet. Rund 800 Personen nahmen an der Abstimmung teil; sie repräsentierten 17,5% der Bevölkerung.

Diese Abstimmung dürfte einen historischen Wendepunkt markieren. Der neue Nutzungsplan ersetzt einen Plan von 1981, der laut dem Gemeindepräsidenten Francis Dumas überdimensionierte Bauzonen enthielt. Das Dossier geht nun an die Kantonsregierung, welche die Beschwerden behandeln und den neuen Nutzungsplan genehmigen muss.

Das deutliche Stimmenmehr für die Rückzonung erklärt sich aus mehreren Gründen: Erstens hat die Annahme der Zweitwohnungsinitiative dazu geführt, dass weniger Bauland für Zweitwohnungen benötigt wird. Zweitens hätte der Kanton eingreifen und anstelle der Gemeinde handeln müssen, wenn diese ihren Nutzungsplan nicht angepasst hätte. Drittens bestand eine Vereinbarung zwischen dem Seilbahnunternehmen Télé-Nendaz und dem WWF, wonach der WWF neue Schneekanonen im Gebiet Prarion nicht bekämpfen wird, sofern die Gemeinde dem neuen Nutzungsplan zustimmt.

Die Gemeinde Nendaz handelt ganz im Sinn des revidierten Raumplanungsgesetzes RPG. Die Stimmbevölkerung des Kantons Wallis hatte diese Revision damals deutlich abgelehnt. Das Beispiel von Nendaz könnte andere Gemeinden ermutigen, ebenfalls vorausschauend zu handeln und ihre Bauzonen dem effektiven Bedarf der kommenden 15 Jahre anzupassen.