Hausanalyse stösst auf zunehmendes Interesse

Donnerstag, 30. November 2017

Die Hausanalyse ist ein Beurteilungsinstrument für Liegenschaften. Sie vermittelt dem Eigentümer eine massgeschneiderte Strategie für die Aufwertung und Renovation seiner Liegenschaft. Das Instrument stösst auf zunehmendes Interesse: Mehrere Kantone und Regionen haben im laufenden Jahr beschlossen, den Liegenschaftseigentümern die Hausanalyse anzubieten. Die VLP-ASPAN, welche die Hausanalyse lizenziert, hat deshalb Kantonsvertreter über die wichtigsten Punkte informiert.

Vertreterinnen und Vertreter von Denkmalpflegen und Raumplanungsämtern aus zehn Kantonen haben am 27. Oktober an einem Informationsanlass zur Hausanalyse bei der VLP-ASPAN in Bern teilgenommen. Die Hausanalyse, die ursprünglich vom Expertenteam «Netzwerk Altstadt» entwickelt wurde, richtet sich an Hauseigentümer. Sie dient dazu, den Zustand einer Liegenschaft, ihre Mängel und Entwicklungsperspektiven zu beurteilen. Das standardisierte Instrument regt die Eigentümer in der Regeln zum Handeln an. Es kommt vor allem dort zum Einsatz, wo die Nachfrage nach Wohnen und gewerblicher Nutzung gering ist und Liegenschaften brach liegen oder zu verfallen drohen.

Seit das Instrument im Jahr 2009 geschaffen wurde, sind allein im Kanton Appenzell Ausserrhoden rund 100 Hausanalysen durchgeführt worden. Die Mehrheit der beurteilten Liegenschaften liegt in geschützten Ortsteilen, wie Fredi Altherr, kantonaler Denkmalpfleger in Appenzell Ausserrhoden, berichtete. Vielerorts wurden aufgrund der Hausanalyse innovative Lösungen für neue Nutzungen gefunden. So etwa für das Gebäude einer ehemaligen Drogerie mit sieben Etagen in Trogen: Sie wurde in ein Mehrgenerationenhaus umfunktioniert. Durch Hausanalysen wurde im Kanton Appenzell a.Rh. seit 2009 ein privates Investitionsvolumen von rund 21 Millionen Franken ausgelöst.

Laut Urs Brülisauer, Architekt und Mitbegründer des Netzwerk Altstadt, ist die Analyse der Wirtschaftlichkeit ein Grundpfeiler der Hausanalyse. Die Kosten der vorgeschlagenen Eingriffe und Massnahmen werden beziffert, und die künftige Rentabilität abgeschätzt. All dies geschieht, noch bevor ein Architekt ein Vorprojekt erarbeitet.

Wie Brülisauer sagte, sind viele Eigentümer überfordert mit den Auflagen der Denkmalpflege und den Zwängen des Immobilienmarktes. Die Hausanalyse, durchgeführt von regional verankerten Experten und gestützt von einer kantonalen oder regionalen Trägerschaft, hilft Eigentümern dabei, die Möglichkeiten ihrer Liegenschaften realistisch abzuschätzen.

Nach dem Kanton Appenzell a.Rh. haben auch die Kantone Uri (2016) und Thurgau (2017) die Hausanalyse eingeführt. Ebenfalls seit 2017 bieten die Region Toggenburg und die Stadt Biel den Liegenschaftseigentümern dieses Instrument an.

Die VLP-ASPAN hat mit diesen Trägerschaften einen Lizenzvertrag abgeschlossen und ortskundige Architekten in der Hausanalyse geschult. Diese lokal verankerten Experten führen die Hausanalysen im Auftrag der regionalen und kantonalen Trägerschaften durch.

Weitere Informationen > www.vlp-aspan.ch/de/beratung/hausanalyse

Webseite Hausanalyse des Kantons AR.: www.ar.ch/haus-analyse

Radiosendung zur Hausanalyse im Kanton Uri (Beginn ca. nach 13 min 30 sec)