Genferseebogen: Vision einer binationalen S-Bahn formuliert

Dienstag, 27. Februar 2018

Das geplante S-Bahn-Netz Léman Express wird die Waadt, Genf sowie die Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich verbinden. Die S-Bahn ist das grösste grenzüberschreitende Projekt für öffentlichen Verkehr in Europa. Die Schweiz und Frankreich haben ihre Vision in einer Absichtserklärung festgehalten. Sie dient dazu, Hindernisse bei der Zusammenarbeit über die Grenze auszuräumen.

Mit der Absichtserklärung bekräftigen die Schweiz und Frankreich ihre Absicht, bis 2023 unter einem Dach eine Behörde für den Bahnbetrieb zu schaffen. Als Planungs-, Subventions- und Kontrollstelle für den Léman Express soll die Behörde laut der Medienmitteilung des Bundesrats die Qualität des Bahnverkehrs sichern. Weiter schaffen die SBB und die SNCF gemeinsam eine Betriebsgesellschaft.

Die Schweiz und Frankreich müssen für den Léman Express zahlreiche Fragen klären, die ein S-Bahnbetrieb über die Grenze mit sich bringt. Offene Fragen bestehen bei der Bahntechnik, dem Betrieb und der Finanzierung. Juristen und Behörden sind gefordert.

Die Absichtserklärung regelt das weitere Vorgehen und schafft so Transparenz für SBB und SNCF.

Das französisch-schweizerische S-Bahn-Netz Léman Express erschliesst ein Gebiet mit über einer Million Menschen. Das 230 Kilometer lange Netz verbindet 45 Bahnhöfe. Das Angebot des Léman Express wird schrittweise eingeführt, die erste Etappe am 11. Juni 2018 (15-Minuten-Takt zwischen Coppet VD und Lancy-Pont-Rouge GE).

Bereits Ende 2019 wird das Netz des Leman-Express vollständig in Betrieb gehen (vgl. SBB-Projektinformation). Dazu baut die SBB den Bahnhof von Genf-Cornavin unterirdisch aus (vgl. unsere News).